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Der Kontrastumfang – untergeordnet aber nicht unbedeutend

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Farbmanagement Grundlagen Teil 4: Kontrastumfang

Wenn wir von Farbmanagement sprechen, denken wir auch zwangsläufig zunächst an Farben. Dies ist zwar richtig, doch auch der Kontrastumfang spielt eine – wenn auch untergeordnete – Rolle. Diese Herangehensweise beruht auf der Tatsache, dass eine Anpassung an den tatsächlichen Kontrastumfang in den wenigsten Situationen nötig noch sinnvoll ist. Das menschliche Auge benötigt keine exakte Übereinstimmung der Kontraste, um ein Bild als realitätsnah zu empfinden. In der Analogfotografie ist es bspw. üblich, dass Dias für Projektoren die Kontraste härter wiedergeben als in der Natur und Papierbilder im Vergleich zur Wirklichkeit einen komprimierten Kontrastumfang aufweisen. Für unser Sehempfinden ist beides kein Problem und wirkt nie unnatürlich.

blog6_bild_2Vergleich des gleichen Motivs mit niedrigerem (links) und höherem (rechts) Kontrastumfang. 

Der Unterschied wird bei unterschiedlich kontrastreichen Medien zwar wahrgenommen (besonders im direkten Vergleich), doch die kontrastärmere Variante wird nicht automatisch als „falsch“ empfunden.

Im Farbmanagement werden Kontraste daher (bis auf Spezialfälle) nicht naturgetreu wiedergegeben, sondern stets an die Möglichkeiten des jeweils folgenden Mediums bzw. Profils im Arbeitsablauf angepasst. Wenn ein Foto z.B. auf einem Monitor betrachtet wird, der einen Kontrastumfang von 1000:1 beherrscht und das gleiche Bild anschließend auf Fotopapier ausgegeben wird – das bestenfalls einen Kontrastumfang von 100:1 aufweist – wirkt es kontrastärmer. Relativ gesehen bleiben die Helligkeitswerte aber bestehen.

Der Kontrastumfang beschreibt dabei immer den Unterschied zwischen dem hellsten Weiß und dem dunkelsten Schwarz, das ein Medium darstellen kann. Ein selbstleuchtender Monitor erreicht demnach natürlich 

einen höheren Kontrastumfang als ein Stück Papier, das nur Licht remittieren kann.
Nun könnten wir im Farbmanagement den Kontrastumfang des Monitos natürlich künstlich einschränken, das Papier entsprechend zu simulieren. Im Rahmen des „Softproof“ mit Papierweiß-Simulationen wird das auch entsprechend gemacht (Mehr zum Thema Softproof hier). Für die normale, alltägliche Monitordarstellung ist es aber unnötig, den Kontrastumfang einzuschränken. Auf einem kontrastreicheren Medium sehen die meisten Bildern einfach schöner aus.

In der Praxis spielt der Kontrastumfang einer Bilddatei keine Rolle (ähnlich wie auch beim Weißpunkt), entscheidend ist der Kontrastumfang des genutzten Ausgabeverfahrens. Streng genommen sieht das ICC-Farbmanagement per Definition nur eine Anpassung des Weißpunkts (also der hellsten Stelle) vor, aber in der Praxis hat sich auch für den Schwarzpunkt eine vollständige Kontrastanpassung ans Zielmedium durchgesetzt. Die meisten Programme gehen beim Konvertieren heute automatisch so vor. Selten muss noch eine Funktion „Tiefenkompensierung“ oder „Schwarzpunktkompensation“ aktiviert werden. Diese Funktion sollte auch genutzt werden, was wiederum der üblichen Vorgehensweise der anderen Programme entspricht und die im ICC-Farbmanagement undefinierte Schwarzpunkt-Korrektur bewirkt.

blog6_bild_1Besonders in der Schwarz-Weiß-Fotografie nimmt der Kontrastumfang eine größere Rolle ein.

Gut zu wissen: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Kontrastumfangs eines Motivs in der Realität und dem Kontrastumfang, das es später auf dem Monitor oder auf Papier zeigt.

Die Dynamik der verwendeten Kamera entscheidet schließlich wie viel Kontrastumfang aus der Realität aufgenommen wird. Meist werden die ursprünglichen Kontraste a

uf Papier etwas komprimiert und am Monitor etwas gespreizt. Gängige Kameras und RAW-Konverter übernehmen Kontraste dabei nicht linear, sondern entsprechend einer „S-Kurve“, durch die man im Bereich der Lichter und Schatten mehr Zeichnung erhält, ohne das die Mitten zu flau werden.

Als die dunkelst mögliche Farbe des Mediums wird immer der RGB-Wert 0/0/0 ausgegeben und der Farbwert 255/255/255 als die hellste – unabhängig, ob der Helligkeitsunterschied 1:50 oder 1:2000 beträgt.

Die Farbräume und Farbsättigungen, die im Farbmanagement allgegenwertig sind, werden losgelöst vom Kontrastumfang bewertet. Ein Bild kann also stark gestättigte Farben haben, obwohl der Kontrastumfang gering ist. Demnach muss ein Bild mit vielen satten Farbflächen keine ganz hellen und/oder ganz dunklen Bereiche besitzen. Andersrum kann ein Bild durchaus einen hohen Kontrastumfang besitzen, muss aber nicht zwangsläufig eine hohe Farbsättigung aufweisen – bestes Beispiel hierzu: Kontrastreiche Schwarzweißfotos.

Im Farbmanagement gibt es übrigens spezielle Profile, die legen dann aber statt Farben, nur die korrekte Helligkeitsverteilung fest (z.B. in Form eines Gammawertes).

 

 

 

 

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